abenteuer wildschiss
dann stehen wir da mitten im fluss. adrenalin pulst durch unsere adern. wir sind groß kräftig, das testosteron macht uns dazu. keiner gibt seinen erkämpften platz her. wir sind hier, um die lachse zu fangen, sie mit einem festen griff zu packen, wenn sie aus dem wasser springen und ihnen mit einem beherzten biss das zappeln austreiben.
nein. das sind nicht wir. es sind bären im wasser. wir sitzen am ufer. schauen gebannt. neben uns unsere kinder, die hunger haben. die nicht verstehen, warum wir uns nicht trauen, auch ins wasser zu springen und uns einen kleinen anteil vom lebendigen fischbuffet abzugreifen. falsch. eine bärenmutter sitzt da am ufer mit ihren drei jungen. wir sitzen mit unserer kamera ein paar meter dahinter. filmen das schauspiel, sehen wie abgemagert bärenmutter und die jungen sind und dürfen doch aus der position des filmenden beobachters nicht eingreifen. quatsch. wir haben gar keine kamera. wir sitzen zuhause vor dem fernseher und schauen die zdf-doku. nö. wir sind nur ich.
stefan
am
Mittwoch, 19. Juni 2013
um
08:31
dr. fass mich nicht an
'ich gebe ihnen nicht die hand. das mache ich seit der schweinegrippe grundsätzlich nicht mehr.'
auf der liste der sätze, die von vornherein klar machen, dass es hier nicht um sympathie, nicht um ein angenehmes arzt-patienten-verhältnis, um eigentlich wirklich gar nichts geht, aktuell die nummer eins. bei der wahl zum neuen hausarzt des herzens und vertrauens ist er raus.
stefan
am
Freitag, 14. Juni 2013
um
17:54
we are rush and we play rock n roll
hmm.
hmm. hmm. hmm. das ist jetzt so eine sache. weil das auch so unterschiedliche welten sind, die da aufeinanderdötzen. am samstag noch rammstein. die musik kann - nicht böse gemeint - jeder musikschüler nach einem halben jahr unterschied nachspielen. aber sie geht - vielleicht bestimmt gerade deshalb extrem auf die zwölf. zudem ist das dschingderassa darum herum sowas von aber hallo. gestern dann rush in der lanxess arena. muss man vielleicht erklären: rush ist eine kanadische band, die aus drei leuten, rush-fans würden sagen göttern, besteht: gitarrist lifesons alex - sänger / keyboarder / bassist lees geddy und schlagzeuger pearts neil. rush sind eine mega-nummer in den usa und kanada. sie spielen progrockpop. sie sind extrem intelligent. sie sind unglaublich gute musiker. neil peart gehört in jede top-fünf-liste der weltbesten schlagzeuger und auf den meisten wird er vermutlich auf position eins oder zwei stehen. bei geddy lee ist es in sachen bassisten ähnlich. die jungs sind so clever und ihnen ist der kommerz ein stückweit so egal, dass sie immer wieder sachen machen, wo man recht ratlos davor steht und mithört. die songs gehen zwar ins ohr, aber sie flutschen dann zum teil nicht durch, sind sperrig, kompliziert. man merkt jedem song an, wie wichtig er gemeint ist, aber man (ok, ich) versteht oft nicht, was das soll. zudem ist der gesang von geddy lee so eine sache. ich mag hohes gesinge nicht. deswegen hat es iron maiden nie zu irgendeiner anerkennung bei mir gebracht. geddy lee singt hoch. früher sehr sehr hoch. jetzt nur noch sehr hoch. meine gewagte theorie: hätten die einen sänger, der tiefer singen würde, wären die noch berühmter. müßig. egal. man (ich) muss also drei stunden lang das gequieke ausblenden, um die musik daneben genießen zu können. zum glück haben die jungs auch einige instrumentalstücke im sortiment... entsprechend zur musik ist das publikum: sehr nerdlastig. viele männer mit schlechtem klamottengeschmack, selbstschneide-frisuren, non-style-brillen, also nicht einmal diese pseudo-nerd-schwarz-rand-varianten. direkt vor mir zappelt einer das komplette konzert durch herum. seine begeisterung wie auch sein fehlendes rhythmusgefühl äußern sich in epileptischen armzuckungen, die nie (!) im takt mit der musik sind. wenn man weiß, wieviele takt- und rhythmuswechsel rush in ihren songs haben, müsste allein deshalb zumindest kurz was zusammenpassen, tut es aber nicht. die arme zuckeln, meist mit victory-zeichen wild nach oben ohne einen bezug zur musik aufbauen zu können. gegen ende des konzerts bin ich soweit, ihn schlagen zu wollen wegen seiner begeisterung und seiner nerdigkeit. leider ist die stimmung sonst sehr friedlich und einen moshpit, in dem man ihm 'unabsichtlich' mal einen mitgeben könnte, gibt es bei rush-konzerten nicht, gab es vermutlich noch nie. aber gut, reg dich über vollidioten auf und du hast deine lebensaufgabe gefunden. rush arbeiten viel mit einer videowand, auf der jeweils arten von video-clips zu den songs gezeigt werden. zum teil sind sie sehr achtziger-stylisch, zum teil erinnern sie an monty phytons zwischeneinspieler. bestimmt sind sie auch total tiefgründig und wichtig. sprich: ich hab sie nicht verstanden. auch den anfangs, zwischen- und endeinspieler, der wohl irgendwie witzig sein soll, zeigt mir: humor, ja, aber nicht meiner. andere um mich herum schmeißen sich weg vor lachen, ich steh da wie bei einer in polnisch vorgetragenen fußball-live-berichterstattung eines frauen-amateur-spiels. ergo: neil peart ist zum niederknien. nach dem kennenlernen von lemmy (...) jetzt noch keine zwanzig meter von ihm entfernt gewesen zu sein, macht die sachen mit dem sterben noch ein stück entspannter. das zweite schlagzeugsolo war zwar auch ne sehr verkopfte, experimentiernummer, aber hey, immerhin sind die noch frisch genug im kopf, um in dem alter zu experimentieren. eine best-of-show wäre sicher noch besser gewesen, leider haben sie ein nicht ganz so starkes aktuelles album im gepäck, das sie auch noch zu großen teilen vorgespielt haben. geddy lees stimme nervt. geddy lees bassspiel ist hammer. die anderen zuschauer nerven.
stefan
am
Mittwoch, 5. Juni 2013
um
10:02
fortarock xl
keine regenschirme. mein taschenmesser darf mit rein, aber kleine knirpsige regenschirme müssen leider draußen bleiben. sie häufen sich bereits zu kleinen schirmgebirgsketten auf und man dürfe natürlich nach der ganzen show einfach irgendeinen wieder mitnehmen. den eigenen vermutlich eher nicht, das lässt die wahrscheinlichkeit kaum zu. ein konzept das mit bällebad und kleinkindern nach einer interessanten nachahmung schreit.
gleich nach dem eingang stehen zahlreiche kassenhäuschen, die 'munten' an den mann bringen. munten sind das festival-eigene zahlungsmittel. zehn euronen sind vier munten. gezahlt werden kann nur mit munten und sie gelten auch nur für dieses jahr. ein cleveres geschäft. aber auch praktisch. dann musik. heaven shall burn spielen launige melodeien im zirkuszelt, der bühne nummer zwei neben der main-stage und dem puppentheater. heaven shall burn sind laut. der sänger ist ein guter schreier und grunzer. ich mag gute schreier und grunzer. auch das posing der ganzen bande ist gut. nicht zu prollig, trotzdem angemessen kraftstrotzend. macht laune auf mehr. rüber zur mainstage. airbourne. australier. wie acdc. machen rock. wie acdc. sind allerdings 1000 jahre jünger und entsprechend agiler. allerdings sehen sie schon beim spurt auf die bühne aus, als hätten sie direkt davor zwei konzerte gespielt. die haare nassgeschwitzt, der sänger mit nacktem, weißem, schwarzbepelzten oberkörper, alle mit dreitagebart. und natürlich das australisch-englisch, dass sich selbst bei hochschulprofessoren anhört, als hätten sie fünf bis acht bier im kopf. airbourne wirken trotzdem einigermaßen nüchtern und rocken. also so richtig. sie haben spaß. sie vermitteln spaß. mehr daseinsberechtigung braucht nicht. direkt danach folgt auch schon der höhepunkt. bin nervös. weil er gleich kommen wird. weil jeder, der den harten metall mag, ihn gesehen haben sollte. weil ich ihn sehen werde. lemmy kilmister. lemmy! kilmister! ein schwerst alkoholkranker, alter mann mit großem bass, einem viel zu hoch justiertem mikro, zwei dicken warzen auf der linken wange. er war unglaublich. er hat sich kaum bewegt, eigentlich gar nicht, sein gesang ist unverständliches genuschel und die johnny walker mit cola haben wohl erst nach dem vierten song gewirkt, weil er danach die arthrose ein bisschen besser aus den knochen schütteln können. sterben geht jetzt ein bisschen zufriedener. auf der kleinsten bühne: finntroll. bitte stellen sie sich einen schuhkarton vor. stecken sie in diesen karton vier katzen, nachdem sie ihnen die gesichter zum großteil weiß angemalt haben. geben sie ihnen instrumente und sorgen sie dafür, dass sie tief und laut singen. so ähnlich wirken finntroll auf der puppentheater-bühne. aber jeder fängt mal klein an. sehr wortwörtliche umsetzung. 'hüppogreisi..! der ausruf neben uns ist so euphorisch wie schwäbisch. 'hüppogreisi..! ruft er nochmal voller begeisterung und rempelt seine kumpels an. hüppogreisi sind nicht die neue injedemsiebten-sensation. eigentlich heißen sie hypocrisy und machen eher so bisschen härtere musik. im vergleich zu aller anderen harten musik. also absolut gesehen. und sie spielen beim graspop in belgien. das hat den schwaben in verzückung versetzt. süß. der rest ist gut inszenierte profi-mucke. volbeat sind einfach gut. und professionell. und sehr höflich. und seit sie den gitarristen aus sozialen gründen (er ist wohl ein ziemlicher arschloch-mensch) rausgeschmissen haben, noch sympathischer. hoffentlich bremsen sie den drift ins mainstreamige beim nächsten album ein bisschen aus. sonst aber alles gut. geht es noch perfekter, bombastischer als rammstein? die bühnenshow sprengt tatsächlich alle grenzen. über all die jahre perfektioniert, die provokationen noch besser in szene gesetzt. till lindemann noch verrückter, wuchtiger, brutaler. mit metal hat es nicht wirklich was zu tun. eher mit kunst. so cirque de soleil mäßig. was lemmy dazu wohl sagt? durchgefroren. tief verneigend. mit pfeifen im ohr, das heute, zwei tage danach, langsam leiser wird. musik. schön. echt.
stefan
am
Montag, 3. Juni 2013
um
21:19
effcee im cl-finale
dass der effcee das cl-finale nicht erreicht hat, ist traurig, aber war in seiner erwartbarkeit emotional vorabgepuffert und deshalb erträglich.
dass der bevaubeh die medaille des erst-verlierers überstülpen musste und die großkopferten südsterne den henkelpot stemmen durften ist nur die b-lösung der gewünschten final-ausgänge. aber auch das kann als lappalie (unscheinbare zierpflanze, die nur hinten links ungesehen unter der hecke wächst) mit doppelter gewinnrechnung verbucht werden. dass aber in hd und vollster breite die präsidiale weißwurst-wampe ins bild plauzt, weil sich das hoeneßsche edel-hemd aus dem hosenbund befreite, während er sich rummenigges k-h in die arme jubilierte, hat den abend dann doch noch zu einem eher schlimmen werden lassen.
stefan
am
Sonntag, 26. Mai 2013
um
15:19
extreme moshpitting ahead
rammstein
volbeat motörhead airborne mastodon opeth heaven shall burn kreator finntroll selbst die hier nicht genannten bands, die ebenfalls auftreten, sind auf jeden fall einen besuch wert. alle zusammen auf einem festival! an einem tag! auf drei bühnen! werde herz, gehör, hirn auseinanderreißen müssen, um alles wichtige mitzubekommen.
stefan
am
Montag, 20. Mai 2013
um
20:09
wieso denn bloß?
hand hoch, wer das mit stanislawskis erklärung von wegen verantwortung für nicht-aufstieg übernehmen ernst nimmt.
keiner? gut. mal hand hoch, wer glaubt, dass da in kürze ein neuer trainer in bremen vorgestellt wird, dessen namen sich auf langlaufski reimt. alle? gut. im hier und jetzt hat der effcee keine offensive und keinen trainer... man möchte kotzen und weinen, hat aber in den langen jahren des leidens längst alle flüssigkeiten aus dem körper gepresst.
stefan
am
Montag, 20. Mai 2013
um
20:04
rip hannemans jeff
stefan
am
Freitag, 3. Mai 2013
um
11:30
i have a dream
bayern gegen dortmund in wembley.
lewandowski und götze schießen den bvb zum sieg...
stefan
am
Donnerstag, 25. April 2013
um
22:12
zur lage der nation
bayern-fan sein ist so... doof. weil es nichts mit fan-sein zu tun hat. wie muss man getaktet sein bzw. was genau stimmt nicht, dass man einen verein in sein herz lässt, der immer oder meist gewinnen wird? gewinnen ist toll, aber doch nicht sympathisch, nichts woran man seine seele hängt.
wenn ich in früheren phasen intensivst fußballmanagerspiele gespielt habe, den effcee dann irgendwann auf extrem-niveau gewuppt, die champions league in serie gewonnen habe, dann habe ich die lust verloren. als bayern-fan hätte ich schon längst keinen bock mehr. uh oh, holen wir uns mal schnell den götze für 37 mios. wir habens ja. brauchen tun wir den so bedingt, aber hey, nice to have. dabei mache ich dem verein an sich keinen vorwurf. den erfolg und das dicke konto haben sie sich erarbeitet. das ist schon gerecht. aber jedem fan gehört trotzdem mal links und rechts ein bisschen bewusstsein und anstand in die ohren gewatscht.
stefan
am
Mittwoch, 24. April 2013
um
07:42
issmirübel - reloaded
anmeldung für die gleitschirmflieger-ausbildung.
check.
stefan
am
Montag, 8. April 2013
um
09:05
kvelertak
'das war witzig. während wir das lied spielten, deutet unser gitarrist zur tür und geht aus der kneipe raus, in der wir unseren auftritt hatten. wir sind ihm gefolgt und haben dann das konzert einfach auf der straße weitergespielt. drinnen sind stagediver von den boxen und draußen von den autos gesprungen'
| das | muss dieses rockenrohlfieling sein, von dem ab und an die rede ist...
stefan
am
Sonntag, 7. April 2013
um
14:03
beratungsresistent?
kann mich immer noch nicht entscheiden, ob ich die frisur, den mantel oder die bombendrohung des koreanischen humpelpumpel am schlimmsten finde.
stefan
am
Donnerstag, 4. April 2013
um
22:13
sagen sie jetzt nichts! mit nietzsche
herr nietzsche, sie als pelzträger, wie sehr setzt ihnen der lange, kalte winter zu?
![]() wie politisch sind sie? macht ihnen eine situation wie in nordkorea zu schaffen? ![]() gestern bayern gegen juve, heute dortmund gegen malaga. freitag topspiel zweite liga lautern gegen effcee. wie sehr leiden sie da mit ihrem herrchen mit?
stefan
am
Mittwoch, 3. April 2013
um
18:23
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